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Die FDP Dillingen zeigt den Weg zu einer schönen Stummstraße PDF Drucken
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Die FDP Dillingen zeigt den Weg

 

zu einer schönen Stummstraße

 

          
Gegenwärtiger Zustand 
       

      Die Klagen über den Zustand der Stummstraße, das Herz der Dillinger Innenstadt, sind nicht mehr zu zählen. Die CDU findet das „Erscheinungsbild im unteren Bereich...katastrophal“, Bürgermeister Berg verspricht, die Straße solle „ein neues zeitgemäßes Aussehen erhalten“. Allgemein spricht man davon,  die Ende der sechziger Jahre als erste im Saarland geschaffene Fußgängerzone sei „in die Jahre gekommen“. Der VHIH gar besinnt sich auf den bereits unter Bürgermeister Leonardy zu den Akten gelegten Vorschlag, einer „Überdachung der Fußgängerzone“

      Doch der Reihe nach: Das Erscheinungsbild der Stummstraße ist so, wie man es Ende der sechziger Jahre als „zeitgemäß“ empfand, wobei die schlimmsten Sünden gegen den guten Geschmack , wir erinnern an Bäume in Betonkübeln und knatschbunte Plastikbänke, mittlerweile entfernt wurden. Was lernen wir daraus? – Was heute zeitgemäß, modern, ist, ist in dreißig Jahre veraltet, eben „in die Jahre gekommen“. Der letzten Mode hinterherzurennen lässt einen eben schnell „alt aussehen“.

      Die „Katastrophe“, das ist zuzugeben, hat allerdings auch andere Ursachen als das Erscheinungsbild einer Fußgängerzone der Spätsechziger. Nur: Auch in anderen Städte fahren die Kunden zu Verbrauchermärkten auf die grüne Wiese, die Innenstädte veröden aber nicht. Es muss also Mittel und Wege geben, dem Zug der Verbraucher auf die grüne Wiese zu begegnen, in dem man eine Innenstadt schafft, in der die Luft brennt. Woolworth und Dillinger Kaufhaus gab es ja, sie haben durch ihr Vorhandensein  die Käufer nicht in der Innenstadt halten können.

      Der Grund schließlich, warum der Gedanke einer Überdachung der Stummstraße seinerzeit nicht weiterverfolgt wurde, liegt in sicherheitstechnischen Bedenken. Wenn im Dachstuhl eines Hauses ein Feuer ausbricht, hat die Feuerwehr wegen des Glasdaches ein Problem. Eine solche Galerie nach italienischem Vorbild braucht einen bündigen Abschluss der beiderseitigen Bebauung, und der ist in der Stummstraße nicht gegeben.

 

      Mit dem Ende der beiden großen Kaufhäuser blieben auch Kunden  guter Fachgeschäfte aus, es entstanden Leerstände , die allenfalls durch Billigheimer ersetzt wurden (erfreuliche Ausnahmen bestätigen die Regel).

     

 

Ursachen des Niedergangs 
                  

      Der schleichende, zunächst kaum bemerkbare Niedergang der Stummstraße begann mit dem Abschluss ihrer Umgestaltung zur Fußgängerzone. Und dies muss, weil es ja andere Fußgängerzonen gibt, wo dies nicht geschah, an der Ausgestaltung dieser ganz besonderen Fußgängerzone liegen

      In der Mitte der Straße öffnet sich der Blick auf den Brunnen am südlichen Ende des Odilienplatzes. Der Brunnen aus verschiedenen Natursteinen ist großzügig, kühn und wird von niemandem als „in die Jahre gekommen“ beanstandet.  Aber von ihm aus erstrecken sich radial Speichen kleinteiligen Pflasters in die Stummstraße hinein, bis zur gegenügerliegenden Häuserflucht. Und diese dunklen kleinteiligen Bänder ziehen sich, einmal links einmal rechts von der Mitte, von einem Ende der Stummstraße bis zum andern, vom Gleisdreieck bis zum Hoyersweda-Platz. Die Bänder sind eingelassen in glatte Flächen aus diagonal verlegten größeren Kunststeinplatten.

 

      So ist zwar für die ganze Fläche ein durchgehendes Niveau erreicht, vom Aussehen her aber bietet sich das Ganze als Brunnenvorfeld an. Eine Straße ist nicht mehr zu erkennen. Und hier liegt die Ursache der offensichtlichen Flucht der Fußgänger. Der Fußgänger erkennt weder mit den Augen noch mit den Füßen ein Muster im Boden, das auf ihn und seinen Gang entlang den Fassaden Bezug nimmt, schlimmer noch: es nimmt auf die Häuserfronten links und rechts keine Rücksicht, sie werden nicht durch breite Bänder in Form von Bürgersteigen eingerahmt. Dass das Regenwasser sich einmal rechts einmal links der Straßenmitte seinen Weg in die Gullys sucht, mag ja an den Grund eines Bachbettes erinnern und insofern naturhaft anmuten, dazu passen aber nicht die schnurgeraden Fluchtlinien der Häuser. Ein Bachbett hat keine gemauerten Ränder.

 

  
Abhilfe 

 

      Was heute zeitgemäß ist, ist morgen überholt. Gehen wir davon aus, dass die Fassaden der Stummstraße nicht binnen zwanzig Jahren ausgewechselt sein werden, sollte das Straßenpflaster sich an das Bild dieser vor rund siebzig bis hundert Jahren entstandenen Häuserfront anpassen.

       Eine Straße ist keine Allee. Auf der Landstraße spenden Bäume dem Wanderer Schatten, in der Häuserschlucht tut das der Häuserschatten zur Genüge.

      Dass mitten in die Straße auch keine Leuchten gehören, sondern oben in Höhe der Dachtraufen, ist mittlerweile erkannt.

      Das Pflaster der Stummstraße zwischen1906 und der Einrichtung der Fußgängerzone war ein Basaltsteinpflaster in Form eines leichten Gewölbes mit Regenrinnen links und rechts, die ihrerseits von breiten Bürgersteinen begrenzt wurden. Solche Steine kann man heutzutage so verlegen, dass Fußläufigkeit und Barrierefreiheit nicht eingeschränkt werden.

      Eine solche Straße kann gegebenenfalls von Last- wie Personenwagen mit aller Vorsicht oder regelrecht befahren werden, falls das untere Ende der Straße wieder für den Fahrzeugverkehr freigegeben werden sollte.

      Hindernisse oder Stolperfallen für Behinderte darf es nicht geben, so dass Bordsteinkanten der Bürgersteige eher optisch angedeutet als tatsächlich vorhanden sein dürften.

      Der optische Eindruck des Natursteins ist jedem auch noch so gut gemeinten Kunststein überlegen. Ein Blick in die Hüttenwerkstraße als Beweis genügt. Der Kunststein wirkt auf Grund seiner Gleichmäßigkeit langweilig und tot, jedenfalls passt er nicht zum gewachsenen Bild der Fassaden.

      Städte mit lebendigen Fußgängerzonen wie St Wendel, Saarbrücken, Saarlouis oder Trier sind diesen Weg gegangen. Wenn Dillingen diesen Weg erst jetzt geht, kommt es zwar fünfunddreißig Jahre hinterher, geht aber doch einen Weg in die Richtung, die sich bewährt hat und Bestand haben wird. Aus Fehlern zu lernen ist immer richtig. Denn wer vorschnell handelt, muss oft hinterher teuer bezahlen, siehe Hüttenwerkstraße. Wer lange genug abwägt, zahlt zwar zunächst für das richtige Material mehr, hat aber eine langen Nutzen.

 

Man kann der Stadt Dillingen nicht vorwerfen, dass sie sich nicht das ganze Jahr über bemüht, mit einer Reihe von Festen und Veranstaltungen Leben in die Stummstraße zu bringen. Nur sieht danach alles wieder so leer aus wie vorher.

Zu dem obigen Thema finden Sie hier noch Aussagen zu verschieden Fragen

 

Ein "Bächle" nach dem Vorbild von Freiburg i.Br.

Mangels ausreichendem Gefälle in Längsrichtung der Straße ist das in der Stummstraße nicht möglich.
Würden Skulpturen von bedeutenden Künstlern nicht die Stummstrasse aufwerten ?
Solche Skulpturen gibt es in der Tat in den Fußgängerzonen in Saarbrücken-St.Jolhann und in der Innenstadt St.Wendels. - Sie müssten allerdings so platziert werden, dass sie den fließenden Verkehr im unteren Bereich der Straße bzw. überhaupt den überall nötigen Zulieferverkehr nicht behindern.

 Ist denn ein Natursteinbelag so grundlegend für eine Verbesserung der Verhältnisse in der Stummstraße?
 Ja! Die Antwort steckt schon in der Frage selbst. Der Boden, auf dem ich stehe und gehe, ist der Grund für alles andere, was sich in einer Straße befindet und abspielt. Durch einen nach Material und Aussehen erstklassigen Straßenbelag fühlen sich Fußgänger und Geschäftsleute wertgeschätzt und angezogen. Ein solches Pflaster bildet einen Rahmen, in dem sich der Mensch wohlfühlt und gut aufgehoben weiß. – Stellen Sie sich einmal einen Kunststeinbelag in einer eleganten Einkaufspassage in Rom oder Florenz vor: u n m ö g l i c h !
Kann denn nicht ein Kunststeinbelag wie in der Hüttenwerkstraße für Dillingen auch für die Stummstraße reichen?
Nein! Die Hüttenwerkstraße ist ein warnendes Beispiel, wie man es falsch macht. Von Anfang an wart den Straßenbauern klar, dass es sich um eine verkehrsberuhigten Bereich mit der Durchfahrt von Bussen handelt. Nach fünf Jahre war die Straße durch Dellen und Senkungen so beeinträchtigt, dass das Pflaster neu verlegt werden musste. Sehen
Sie sich einmal an, ob die Querrillen völlig verschwunden sind!
Ein  Natursteinpflaster aus Blaubasalt hält locker zehnmal so lange – ohne Ermüdungserscheinungen. Das Bessere ist eben des Guten Feind. Auf einem solchen Pflaster mit leichtem Gewölbe können selbstverständlich Personen wie Lastwagen fahren, wenn dies denn  beschlossen werden sollte.

 

 
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